Unser Tagesablauf:
Die Kinder treffen in der Regel zwischen 8.00 und 8.45 Uhr ein und werden begrüßt. Um 9.00 Uhr beginnen wir mit dem Frühstück, das wir selbst zubereiten. Danach beginnen unsere Aktivitäten im Haus oder im Freien (turnen, musizieren, basteln, spielen usw.). Gegen 11.30 Uhr nehmen die Kinder noch einen kleinen Imbiss zu sich (z. B. Obst, Joghurt, Brot) bevor wir sie etwa um 12.00 Uhr zum Mittagschlaf hinlegen. Kinder, die nicht müde sind, spielen in dieser Zeit leise in einem gesonderten Ruheraum. Nach dem Mittagschlaf gibt es um ca. 14.00 Uhr Mittagessen. Dieses wird von uns aus frischen Zutaten zubereitet. Die Mahlzeiten sind ausgewogen, fleischarm und kindgerecht. Auf kulturelle Besonderheiten oder Unverträglichkeiten/Allergien nehmen wir Rücksicht und passen unsere Mahlzeiten entsprechend an. Der Nachmittag ist hauptsächlich dem freien Spiel vorbehalten. Bis spätestens 16.00 Uhr sind die Kinder abgeholt worden und die Tagesgroßpflegestelle wird geschlossen.
Unser Leitbild und pädagogische Grundhaltung:
Unsere Kindertagespflege versteht sich als geschützter Lern- und Lebensort, in dem Kinder Geborgenheit, Sicherheit, Wertschätzung und angemessene Herausforderungen erfahren. Gemäß der UN-Kinderrechtskonvention sind alle Kinder Träger von Grundrechten. Die Umsetzung dieser Grundrechte stellt einen zentralen Baustein guter Qualität im Sinne des Kinderschutzes dar. Dabei steht das Wohl des Kindes an erster Stelle. Hierzu haben wir ein zusätzliches Kinderschutzkonzept entwickelt. Grundlage unserer Arbeit sind folgende Leitgedanken:
Wir betrachten jedes Kind als einzigartig, kompetent und neugierig. Unsere Aufgabe ist es, ihm die benötigten Bedingungen für eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen und als verlässliche Bezugspersonen zur Seite zu stehen.
Lernen geschieht in einer Atmosphäre von Vertrauen und Stabilität. Durch feinfühligen, zugewandten Umgang mit den Kindern ermöglichen wir ihnen sichere Bindungserfahrungen. Diese sind die Grundlage für Mut, Selbstständigkeit und Lernfreude.
Kinder haben ein Recht darauf, sich zu beteiligen. Daher beziehen wir sie altersgerecht in Entscheidungen ein, beginnend beim Tagesablauf über Spielmaterialien bis hin zu Regeln. Partizipation fördert Selbstwirksamkeit, Schutz und demokratisches Denken.
Wir respektieren die Vielfalt familiärer Lebensformen, Kulturen, Sprachen und individuellen Voraussetzungen. Jedes Kind wird unabhängig von seinen körperlichen, emotionalen oder sozialen Voraussetzungen wertschätzend eingebunden.
Gemeinsam mit Eltern
Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Wir streben ein vertrauensvolles, kooperatives Verhältnis mit den Eltern an (Erziehungspartnerschaft). Ganz besonders in der Eingewöhnungsphase ist die Kommunikation zwischen den Eltern und uns wichtig. Ein Elternfragebogen hilft uns, das Kind und die Erwartungen sowie die Erziehungsvorstellungen der Eltern kennenzulernen. Gemeinsam kann man dem Kind am besten helfen, sich an neue Situationen zu gewöhnen. Später ist ein täglicher kurzer Informationsaustausch ebenso wichtig, um auf das einzelne Kind und seine aktuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Bei Bedarf vereinbaren wir mit den Eltern auch ausführliche Einzelgespräche. Hierbei können sich Eltern und Tagespflegeperson über die Entwicklung des Kindes austauschen oder auch organisatorische Dinge klären. Regelmäßige Elternabende bzw. –nachmittage dienen dem allgemeinen Austausch und geben den Eltern Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen.
Ablauf der Eingewöhnung
Die ersten Tage bei der Tagesmutter sind eine große Herausforderung für das Kind: Alles ist neu – die Betreuungsperson, die anderen Kinder, die Räume, das Spielzeug!
Dieses Unbekannte muss zu Vertrautem gemacht werden und das Kind muss lernen, seine Neugier über die Angst siegen zu lassen.
Wie gut ist es da, wenn die Eltern ihr Kind in der ersten Zeit begleiten können, um ihm den Übergang in die neue Umgebung zu erleichtern. Dabei müssen die Eltern gar nicht viel tun. Sie bieten ihm durch ihre bloße Anwesenheit einen sicheren Hafen, in den sich das Kind bei Bedarf zurückziehen kann. Wenn die Eltern sich möglichst passiv verhalten, können Kind und Tagesmutter sich allmählich kennenlernen.
So kann das Kind schon nach einigen Tagen für kurze Zeit allein bei der Tagesmutter bleiben, wobei die Eltern per Telefon jederzeit erreichbar sein sollten, um im Notfall schnell wieder beim Kind zu sein. Diese Zeit wird nun stückchenweise verlängert, wobei die Reaktion des Kindes genau beobachtet werden sollte. Akzeptiert das Kind die Tagesmutter noch nicht als Bezugsperson, von der es sich im Notfall auch trösten lässt, muss mit weiteren Trennungsversuchen noch etwas gewartet werden. Mit ein wenig Geduld und Einfühlungsvermögen sollte die Eingewöhnung nach zwei bis vier Wochen abgeschlossen sein.
In der ersten Zeit nach der Eingewöhnung sollten die Eltern nach Möglichkeit weiter telefonisch erreichbar sein. Auch sollte noch bedacht werden, dass es ungünstig ist, kurz nach der Eingewöhnung einen Urlaub zu planen. Die Beziehung zur Tagesmutter muss zunächst gefestigt sein, bevor eine längere Abwesenheit stattfindet. Man wird dann damit rechnen müssen, dass das Kind nach der Rückkehr nicht allein bei der Tagesmutter bleiben möchte und die Eingewöhnungszeit sich entsprechend verlängert.
Eine gute und erfolgreiche Eingewöhnung sollte so lang wie nötig und so kurz wie möglich sein! So wird es gelingen, dass jedes Kind Vertrauen fasst und seine Tagesmutter als Bezugsperson annimmt.
Pädagogische Arbeit nach dem Berliner Bildungsprogramm
Spiel ist der Motor für kindliche Entwicklung. Es fördert Kreativität, Sprache, Empathie, motorische Fähigkeiten und Problemlösungskompetenz. Wir schaffen täglich vielfältige Spielanlässe und beobachten gezielt, um Bildungsprozesse individuell zu unterstützen.
Musik
Unseren Schwerpunkt legen wir auf die sprachliche und musische Förderung unserer Tageskinder. Die musikalische Früherziehung hat einen festen Bestandteil im Wochenplan. Darüber hinaus singen wir täglich im Morgenkreis und die Musik begleitet uns auch bei vielen anderen Gelegenheiten. Gerade durch die Musik werden die Kinder in allen wichtigen Bereichen spielerisch gefördert. Durch Tanz und Fingerspiele regen wir nicht nur die motorische Entwicklung an; auch die sozialen und kulturellen Kompetenzen werden dabei gefördert und ebenso die kognitiven Fähigkeiten und die Sprache. Selbst mathematische Grunderfahrungen werden durch Musik und Tanz erworben.
Kommunikation: Sprache, Schriftkultur und Medien
Zur sprachlichen Förderung wird bei uns viel geredet, erzählt, vorgelesen, zugehört, gesungen, gereimt und das tägliche Leben in Rollenspielen nachgestellt. Für jedes Kind führen wir ein Sprachlerntagebuch beziehungsweise das BeoKiz-Verfahren. Alltagsintegrierte Sprachbildung geschieht durch jedes wertschätzende Gespräch auf Augenhöhe zwischen uns und den Kindern. Wir begleiten jedes tägliche Handeln sprachlich. Jedes Kind soll stets zu Wort kommen und ausreden dürfen. Dafür üben wir, Gesprächsregeln einzuhalten. Natürlich gehört Vorlesen, Reimen und Singen zum Tagesablauf.
Bewegung
Einmal pro Woche treffen wir uns mit anderen Tagespflegegruppen zum gemeinsamen Turnen im Gemeinschaftshaus Lichtenrade. Auch in der Tagespflege kann nach Herzenslust getanzt, getobt, im Garten auch geklettert und geschaukelt werden. Tägliche Bewegung - auch an der frischen Luft - ist uns wichtig. Beim Spazierengehen lernen die Kinder viel: Verkehrssicherheit, Naturerfahrungen, Wettererscheinungen, Orientierung in ihrer Umwelt und vieles mehr.
Körper und Gesundheit
Wir achten auf kindgerechte und ausgewogene Ernährung, die wir täglich frisch zubereiten. Auf Besonderheiten in der Ernährung, z. B. kultureller oder medizinischer Art nehmen wir Rücksicht.
Mehrmals jährlich besucht uns „Kroko“ von der Zahnpflegeschule der LAG (Landesarbeitsgemeinschaft zur Erhaltung der Zahngesundheit), einmal jährlich kommt auch der Zahnarzt.
Soziale und kulturelle Umwelt
Die Kinder werden von uns zum selbstständigen Handeln angeleitet. Wir setzen feste Grenzen und Regeln für das Miteinander, welche die Kinder erkennen und einzuhalten lernen. Im gemeinsamen Spiel lernen die Kinder, Konflikte friedlich zu lösen. Zu den Geburtstagen, Ostern und Weihnachten feiern wir kleine Feste. Auch Faschingspartys und Laternenumzüge gehören dazu. Bei einigen Festen sind natürlich auch die Eltern gern gesehen. Wir organisieren regelmäßige Besuche der Bücherei, dem Kinderkino oder -Theater und der Naturschutzstation Marienfelde.
Bildnerisches Gestalten
Einmal wöchentlich haben wir einen festen Basteltermin. Zwischendurch wird natürlich auch gemalt und geknetet. Hierbei lernen wir nicht nur verschiedene Materialien kennen, sondern auch die Grundfarben sowie den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen, wie Schere, Pinsel, Klebstoff usw. Auch im Garten lässt sich mit Naturmaterialien, wie Sand, Wasser, Blättern, Steinen und Stöcken Schönes gestalten. Die Kinder sind frei in der Wahl des Materials und der Gestaltung ihrer Werke.
Mathematische Grunderfahrungen
Bei uns findet kein Mathematikunterricht statt. Jedoch lernen die Kinder – eingebettet in tägliche Spielsituationen - z. B. das Erfassen von Mengen (viel/wenig), geometrische Formen, sortieren bzw. klassifizieren (z. B. nach Größe oder Farben). Wir lernen die Zahlen als Symbole (z. B. Hausnummern, Autokennzeichen, Preisschilder, Geld, Würfel …) kennen, wir messen und wiegen und teilen Mengen auf (z. B. beim Tisch decken und Essen).
Natur, Umwelt und Technik
Im Freien machen die Kinder Erfahrungen mit dem Wetter, den Jahreszeiten, den Pflanzen und kleinen Tieren. Sie erleben also ihre Umwelt und lernen sie zu schützen: durch Mülltrennung und -vermeidung, Wasser- und Stromsparen usw.
Bauarbeiter und Handwerker können in Ruhe beobachtet werden. Das Erlebte greifen wir in der Tagespflege auf und regen die Kinder zu weiteren Experimenten oder Rollenspielen zu dem jeweiligen Thema an. Mit verschiedenen Konstruktionsmaterialien (Duplosteine, Plastikant, Buddelsand, Stecksteine usw.) machen die Kinder eigene technische Erfahrungen.
Ethik, Religion und Philosophie
Wir greifen ethische, religiöse und weltanschauliche Fragen der Kinder auf und führen mit ihnen kindgerechte Gespräche darüber. Gefühle dürfen stets geäußert werden. Wir benennen die gezeigten Gefühle, damit die Kinder lernen, diese zu erkennen und sie auch verbal zu äußern.